Nachhaltigkeit – ein Wort macht Karriere

Nachhaltigkeit – ein Wort macht Karriere

Nachhaltigkeit hat als Wort mehr Karriere gemacht, denn als Maxime für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Sehr schade, denn das Beachten der Prinzipien der Nachhaltigkeit wäre ein erfolgversprechender Weg im Sinne aller – heute und in Zukunft.

Was genau ist Nachhaltigkeit?

Der legendäre, fiktive Radiosender Jerewan und Juristen würden die Frage erst einmal mit „Es kommt darauf an.“ beantworten. Und tatsächlich kommt es darauf an, in welchem Zusammenhang davon die Rede ist. Halbwegs einig ist man sich über die Herkunft des Wortes: Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts hat Hans Carl von Carlowitz Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit der Forstwirtschaft verwendet. Er verstand darunter eine Waldbewirtschaftung, bei der dem Wald nur so viele Bäume entnommen werden, wie auf natürliche Weise in absehbarer Zeit nachwachsen können. Wenn Sie mehr über die Wortbedeutung wissen wollen, lesen Sie im Lexikon der Nachhaltigkeit nach.

Seit etwa 20 Jahren taucht das Wort in allen möglichen Zusammenhängen auf, wenn es um ökologisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich verantwortliches Handeln geht. Gut so. Dadurch hat diese spezielle Bedeutung allerdings die ursprüngliche Bedeutung überlagert. Wenn wir heute Nachhaltigkeit/nachhaltig lesen, denken die allermeisten Leser an ökologisch vernünftiges Wirtschaften, an langfristig oder dauerhaft die wenigsten.

Das Wort nachhaltig ist so angesagt, dass es häufig zu lesen ist. Wenn damit ein ethisches Handeln suggeriert wird, das dann nicht vorliegt, finde ich das irreführend. Da es bei diesem Wort nicht einfach ist, einen eindeutigen Zusammenhang für die Ursprungsbedeutung herzustellen, plädiere ich dafür, immer dauerhaft oder langfristig zu sagen oder zu schreiben, wenn diese Bedeutung gemeint ist. Dann läuft man als Unternehmen auch nicht Gefahr, sich selbst ein unberechtigtes Weiße-Weste-Zeugnis auszustellen.

Machen Sie den Selbsttest

Vielleicht haben Sie Spaß daran, einmal den letzten Geschäftsbericht, die letzten fünf Pressemeldungen oder ähnliche Texte aus Ihrem Unternehmen daraufhin zu prüfen. Ich bin gespannt, was Sie entdecken. Wenn Ihr Unternehmen zu denen gehört, die das im letzten Jahr nicht ein einziges Mal falsch gemacht haben, haben Sie meinen vollen Respekt.

Die korrekte Verwendung dieses Wortes ist die eine Sache. Eine andere und sicher noch wichtigere ist, dass jeder von uns dem Wort nachhaltige Taten folgen lässt. Oder noch besser: Handeln Sie zuerst nachhaltig und berichten anschließend darüber! Ich freue mich auf viele ansteckende Beispiele. Ein solches Beispiel ist, sich über eine dauerhaft gesunde Ernährung Gedanken zu machen und diese Gedanken dann auch umzusetzen. Tipps, wie man seine Lieblings-Snacks leicht selber machen kann, statt zu hochverarbeiteten Industrieprodukten zu greifen, lesen Sie zum Beispiel unter Selber machen: 9 gesunde Alternativen zu verarbeiteten Lebensmitteln.

Mehr zu sprachlichen Themen lesen Sie in anderen Beiträgen meines Blogs Deutsch fürs Büro.

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