Korrekte Rechtschreibung ist mancherorts schädlich

Korrekte Rechtschreibung ist mancherorts schädlich

Wenn an Universitäten Abschlussarbeiten schlechter bewertet werden, als es der Inhalt nahelegt, weil der Student seinen Text nicht gendert, ist das eine willkürliche Benachteiligung. Warum?

Amtlich ist amtlich!

Für Schulen und Behörden ist die amtliche deutsche Rechtschreibung verbindlich. Punkt. Die aktuellen Regeln können Sie auf der Webseite des deutschen Rechtschreibrats einsehen.

Jeder Verstoß gegen die amtliche Rechtschreibung ist ein Fehler, der eine schlechtere Bewertung rechtfertigt. Ganz klar. Wer dagegen seine Texte fehlerfrei im Sinne der gültigen Rechtschreibregeln verfasst, hat aus meiner Sicht Anspruch auf die dem Inhalt angemessene Note. Wenn er die nicht bekommt, sollte er sich wehren. Zur Not gerichtlich. Schließlich hängt unter Umständen seine Zukunft von diesem Abschluss ab.

Jetzt können Sie einwenden, dass die Hochschule sich Regeln geben kann und diese dann von den Studenten eingehalten werden müssen. Ja und nein. Hochschulen sind Schulen. Sie können sich nicht einerseits beschweren, dass Studienanfänger die deutsche Sprache nicht studierreif beherrschen und andererseits verlangen, willkürliche Fehler einzubauen. Das ist schizophren.

Wo bleibt derWiderstand der Jugend?

Das ist die eine Seite. Die andere ist: Wenn sich bereits junge Leute aus Opportunismus an unsinnige Regeln halten, woher sollen dann noch mündige Bürger kommen? Wo bleibt da die Widerständigkeit der Jugend?

Rechtschreibung formt sich im Gebrauch

Sollte sich eine der sogenannten gendersensiblen Schreibweisen mit der Zeit durchsetzen, weil viele Schreiber sie übernommen haben, wird diese neue, dann breit akzeptierte Schreibweise sicher in die amtlichen Regeln übernommen. Aber eben erst dann. Bis dahin sollten sich gerade Hochschulen aus diesem Prozess heraushalten. Ich sage das so deutlich, weil mir die Inflation an Professuren für Gender Studies politisch und ideologisch motiviert vorkommt. Sprache sollte die Mehrheit der Sprecher und Schreiber weiterentwickeln, nicht selbsternannte Eliten. Lesen dazu auch meinen Beitrag zur gendergerechten Sprache.

Wenn die Mehrheit der Schreiber für etwas einen neuen Ausdruck sucht, wird er entstehen. Das zeigt unter anderem die Jugend. Sie hat noch jedesmal wieder neue Begriffe geprägt, um sich von den Alten abzusetzen und Neues adäquat auszudrücken. Das den Älteren gefallen oder auch nicht. So entwickelt sich Sprache weiter. Und natürlich immer dann, wenn wir etwas Neues erfunden, entwickelt oder entdeckt haben. Auch dann finden wir einen Namen dafür. Das hat bisher immer geklappt, da muss sich keine Hochschule oder Behörde einmischen. Die Hochschulen können immer nach Veränderungen gern untersuchen, wie es zu den Änderungen kam. Dafür haben wir sie, unter anderem.

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